Warum WATTWEG nichts an deiner Ladung verdient
Wie WATTWEG Geld verdient, wie andere Lade-Apps es tun, und welche Regeln dafür sorgen, dass keine Provision die Reihenfolge der Empfehlungen ändert.
Auf einen Blick
- WATTWEG nimmt keine Provision auf Ladungen, verkauft keine Platzierung und zeigt keine Werbung. Geld verdienen wir mit WATTWEG Plus, einem optionalen Kauf für Komfort und Planung.
- Die Hilfe an der Säule bleibt kostenlos: Preis für deine Ladung, Startweg, Warnung vor der Blockiergebühr, Fehlerbaum.
- Viele Lade-Apps sind gleichzeitig Betreiber oder Kartenanbieter oder verdienen pro Ladung mit, zum Beispiel über Transaktionsgebühren oder Zahlungsdienste. Das ist legitim, beeinflusst aber, welche Frage eine App beantwortet.
- Die Frage, die wir beantworten wollen, lautet oft: „Brauchst du überhaupt eine neue Karte oder ein Abo?“ Die ehrliche Antwort ist häufig nein. Das zu sagen fällt leichter, wenn man nichts am Ja verdient.
Ich habe WATTWEG gebaut, weil ich an der Säule selbst nicht wusste, was mich die Ladung kosten wird. Ich lade meist zu Hause, öffentlich nur auf Reisen, und wollte keinen dritten Tarif und kein viertes Abo. Die Apps, die ich fand, waren oft gut gemacht. Aber fast jede gehörte zu einem Unternehmen, das an meiner Ladung verdient. Das hat mich nicht gestört, solange ich es wusste. Ich wollte nur eine Stelle, die ohne eigenes Interesse rechnet. Dieser Text erklärt, wie WATTWEG das sicherstellt, und wie andere Apps ihr Geld verdienen.
Wie Lade-Apps Geld verdienen
Es gibt im Wesentlichen fünf Modelle, oft kombiniert. Die Beispiele stammen aus öffentlichen Angaben der Unternehmen; wir bewerten sie nicht, wir beschreiben sie.
| Modell | Wie es funktioniert | Beispiele aus öffentlichen Angaben |
|---|---|---|
| Betreiber-App | Die App verkauft Strom an eigenen Säulen und roamt an fremden | EnBW mobility+, EWE Go, Aral pulse, Fastned, IONITY |
| Kartenanbieter | Marge zwischen Einkaufspreis beim Betreiber und Verkaufspreis an dich, dazu Abos | Elli, MAINGAU, ADAC e-Charge, Plugsurfing, Electroverse |
| Transaktionsgebühr | Prozent oder Betrag je Ladung | Tap Electric nennt für Pay-as-you-go „tarief van de laadpaal + 10% transactiekosten per sessie“ |
| Umsatzbeteiligung über Zahlungsdienste | Die App startet die Ladung über einen Partner und erhält einen Anteil | ABRP startet seit Mai 2026 Ladungen über Cariqa Connect |
| Daten und Werbung | Verkauf von Marktdaten an Anbieter, Werbung, hervorgehobene Tarife | Chargeprice nennt B2B als Hauptumsatz und bietet Anbietern „Visibility & Promotion“ |
Dazu gibt es Apps ohne diese Bindungen. Fernweh Charge zeigt in Deutschland Ad-hoc-Preise aus den offenen AFIR-Daten, kostenlos. Das ist sehr nah an dem, was WATTWEG für Deutschland macht, und ein guter Beleg, dass der Ansatz funktioniert. Wir behaupten deshalb nirgends, die erste oder einzige App mit offenen Preisen zu sein.
Keines dieser Modelle ist unseriös. Eine Betreiber-App muss ihre eigenen Säulen zeigen. Ein Kartenanbieter muss eine Marge haben. Ein Preisvergleich, der von Anbietern bezahlt wird, kann trotzdem korrekte Preise zeigen. Der Punkt ist ein anderer: Wer an einer Antwort verdient, hat einen Grund, diese Antwort öfter zu geben. Bei Ladekarten heißt die Antwort meist „nimm unsere Karte“ oder „nimm dieses Abo“.
Wie WATTWEG Geld verdient
WATTWEG Plus. Ein Kauf in der App, der Komfort und Planung freischaltet: Reisen mit Zwischenzielen und mehrere gespeicherte Reisen, den Abo-Rechner, die Ladehistorie mit Ersparnis-Bilanz, Live Activity und Widgets. Geplant sind ein 30-Tage-Pass für die Urlaubsfahrt, ein Jahr und ein Einmalkauf. Die Preise stehen vor dem Start im App Store fest; bis dahin nennen wir hier keine, weil sie noch nicht final sind.
Kostenlos bleibt, was du an der Säule brauchst: der Gesamtpreis deiner Ladung mit deinen Karten oder per Bankkarte, die Startanleitung, die Erinnerung vor der Blockiergebühr, der Fehlerbaum für rote Säulen und eine A-nach-B-Reise mit drei Plänen.
Das ist alles. Keine Provision, keine Werbung, kein Datenverkauf.
Die Regeln, an die wir uns halten
Neutralität ist leicht versprochen. Deshalb stehen die Regeln im Datenvertrag des Projekts, und die App ist danach gebaut:
- Kein Ranking-Bonus. Kein Anbieter wird bevorzugt, weil er zahlt, Daten liefert oder bekannt ist. Die Reihenfolge ergibt sich aus Preis, Nutzbarkeit und Umweg.
- Sofort nutzbar vor billig. Eine Option, die du jetzt nutzen kannst, steht vor einer billigeren, für die du erst eine Karte bestellen müsstest. Eine Karte, die du nicht hast, steht nie vorne.
- Plus ändert keine Reihenfolge. Wer zahlt, bekommt mehr Funktionen, aber keine anderen Empfehlungen.
- Kein Preis ist besser als ein falscher. Fehlt ein Preis, steht „Preis unbekannt“. Wir setzen keine Null ein und raten keinen Wert.
- Jeder Preis zeigt Herkunft und Alter. Gemeldet vom Betreiber, aus unserem Katalog mit Beleg, oder unbekannt. Ad-hoc-Daten älter als 48 Stunden und Katalogpreise älter als 60 Tage sind als veraltet markiert.
- Falls wir je „Laden starten“ in der App anbieten, etwa über einen Zahlungsdienst, weisen wir eine Provision sichtbar aus und bevorzugen solche Säulen nicht. Bis dahin ist diese Funktion bewusst gesperrt.
Wie das Ranking entsteht
An einer Säule berechnet WATTWEG für jede Option, die es gibt, drei Dinge: ob du sie jetzt nutzen kannst, was deine Ladung damit kostet und wie verlässlich der Preis ist.
- Nutzbarkeit kommt aus deiner Wallet in der App. Jede Karte und App hat einen von vier Zuständen: nicht vorhanden, bestellt, Konto da, startklar. Nur „startklar“ zählt als sofort nutzbar. Die Bankkarte zählt, wenn die Säule laut Daten ein Terminal hat oder du ad hoc per QR zahlen kannst.
- Kosten rechnet der Rechenkern auf deinem iPhone, nicht unser Server. Er nimmt die Lademenge für dein Auto und deinen Ziel-Ladestand, den Tarif der Säule oder die Katalogregel deiner Karte, und zählt kWh-Preis, Startgebühr, Zeitpreis und eine mögliche Blockiergebühr zusammen. Jede Zeile lässt sich in der App aufklappen.
- Verlässlichkeit zeigt, woher der Preis stammt und wie alt er ist: vom Betreiber gemeldet, aus dem Katalog mit Beleg, aus einer Community-Meldung oder unbekannt.
Sortiert wird zuerst nach Nutzbarkeit, dann nach Gesamtpreis. Wer Daten liefert, wer zahlt und wer bekannt ist, kommt in dieser Rechnung nicht vor. Das steht so im Datenvertrag des Projekts, und es gibt dafür Testfälle im Rechenkern: Eine Option, die du nicht sofort nutzen kannst, steht im Modus „Heute“ nie vor einer, die du sofort nutzen kannst, egal wie billig sie ist.
Warum wir dafür keine Nutzerdaten brauchen
Viele kostenlose Apps finanzieren sich über Daten. Wir haben das Gegenteil gebaut, weil es billiger und ehrlicher ist. Der WATTWEG-Server sammelt offene Daten der Betreiber, bereitet sie auf und verteilt sie als statische Kacheln: alle Ladeorte in einem Raster von einem Grad mal einem Grad. Die App lädt die Kacheln für die Gegend, in der du bist, und rechnet lokal. Der Server erfährt dabei nur, welche Kachel abgerufen wurde, nicht, wer du bist, welche Karten du hast oder wo du lädst. Es gibt kein Konto und kein Login.
Deine Wallet, dein Fahrzeug, deine Ladehistorie und deine Reisen liegen auf deinem Gerät. Das spart uns Kosten und Pflichten, und dir die Frage, was mit deinen Daten passiert.
Was das an der Säule bedeutet
Ein Beispiel. An einer EnBW-Schnellladesäule kosten 40 kWh laut unserem Katalog und dem offenen Feed (Stand 24.10.2026) ad hoc 31,60 €, mit der kostenlosen EnBW-App 22,40 €, mit EnBW L 15,60 € plus 11,99 € Grundgebühr im Monat. Eine App, die an Abos verdient, hat einen Grund, L zu zeigen. Eine App, die an Transaktionen verdient, hat einen Grund, ihre eigene Zahlung zu zeigen. WATTWEG zeigt, welche dieser Optionen du hast, rechnet die Grundgebühr nur ein, wenn du ein neues Abo erwägst, und sagt dir in vielen Fällen: Die kostenlose App reicht. Die Rechnung steht im Artikel Brauche ich ein Ladetarif-Abo?.
Wo wir selbst Grenzen haben
Neutral heißt nicht vollständig. Wir haben nicht für jede Säule einen Preis, weil viele Betreiber ihn nicht offen melden. Wir haben nicht jeden Tarif im Katalog, weil manche Anbieter ihre Preise nur in der App zeigen oder ihre Websites unseren Abruf blockieren. Beides steht offen in der Methodik und in Woher Ladepreise kommen.
Wir sind außerdem ein kleines Projekt. WATTWEG ist ein Produkt von Heidrich Digital, dem Auftritt von Till Heidrich – Content Creation in Tostedt. Wer für die Daten verantwortlich ist, steht im Impressum.
Was du davon hast
Du bekommst eine Rechnung, keine Verkaufsempfehlung. Wenn ein Abo sich für dich lohnt, sagt dir WATTWEG das, mit der Zahl dahinter. Wenn nicht, auch. Und weil der Tarifkatalog offen ist, kannst du jede Zahl nachprüfen: /tarife/ zeigt jeden Tarif mit Beleg, /data/catalog.json enthält den ganzen Katalog als Datei. Wie der Katalog entsteht und wie du mithelfen kannst, steht in Der offene Ladetarif-Katalog.
Häufige Fragen
Wovon lebt WATTWEG dann?
Von WATTWEG Plus, einem optionalen Kauf in der App für Komfort und Planung: Reisen mit Zwischenzielen, Abo-Rechner, Ladehistorie, Live Activity. Die Hilfe an der Säule bleibt kostenlos. Die Preise stehen vor dem Start im App Store fest.
Nimmt WATTWEG Geld von Ladesäulenbetreibern oder Kartenanbietern?
Nein. Es gibt keine Provision, keine bezahlte Platzierung und keine Werbung. Anbieter, die uns ihre Tarife als Datei liefern, werden im Ranking nicht bevorzugt.
Werden andere Lade-Apps schlecht gemacht?
Nein. Viele Apps sind gut gemacht und haben ein offenes Geschäftsmodell. Wir beschreiben, wie sie Geld verdienen, weil das erklärt, welche Fragen sie beantworten und welche nicht. Ein Interessenkonflikt ist kein Vorwurf.
Was passiert mit meinen Daten?
Standort, Karten und Ladungen bleiben auf deinem iPhone. Es gibt kein Konto. Unser Server liefert nur Datenkacheln mit Ladeorten und Preisen aus und speichert keine Nutzerdaten.
Quellen
- Chargeprice API-Dokumentation und Nutzungsbedingungen, Chargeprice (GitHub)
- Interview mit Chargeprice-Gründern zum Geschäftsmodell, Trending Topics (16.08.2024)
- Tap Electric: Laadpas-Abos (Transaktionskosten), Tap Electric (abgerufen 24.10.2026)
- ABRP: Laden über Cariqa Connect, Cariqa
- Fernweh Charge im App Store, Apple App Store
- AFIR Artikel 5 Absatz 5, deutscher Wortlaut, gesetze.legal