EN (English)
Menü

Plug & Charge, Apple Pay, RFID, App: Was wann klappt

Fünf Wege, eine Ladung zu starten, und wann welcher klappt. Was die AFIR garantiert, wo Apple Pay geht und warum eine RFID-Karte als Reserve hilft.

Auf einen Blick

  • Es gibt fünf übliche Wege, eine Ladung zu starten: Kartenterminal (Bankkarte, Apple Pay, Google Pay), QR-Code, App, RFID-Ladekarte und Plug & Charge.
  • Garantiert ist laut AFIR nur ein Weg ohne Vertrag. Ein Kartenterminal ist Pflicht an Ladepunkten ab 50 kW, gebaut ab dem 13.04.2024; ältere Schnelllader am TEN-V-Netz folgen bis 1.1.2027 (Art. 5 Abs. 1).
  • Plug & Charge startet die Ladung beim Einstecken. Škoda nennt das für die Enyaq-Familie ab Software ME3.1 mit Powerpass-Tarif, „vor allem“ an IONITY (Škoda, 2024).
  • Der Startweg kann den Preis ändern. Bei Fastned in den Niederlanden gibt es mit der App 10 % Rabatt, bei Vattenfall InCharge in Deutschland ist der Preis für alle Wege gleich (Stand 24.10.2026).

Wer zum ersten Mal an einer Ladesäule steht, sieht oft drei Symbole: eine Karte, einen QR-Code und eine Funkwelle. Welches davon funktioniert, hängt von der Säule, deinem Auto und deinem Handyempfang ab. Hier steht, wie die Wege funktionieren, wann sie scheitern und was jeder Weg für den Preis bedeutet.

Die fünf Startwege im Überblick

Startweg Was du brauchst Funktioniert ohne Handyempfang Typischer Preis Wann er scheitert
Kartenterminal Bankkarte, Kreditkarte oder Handy mit Apple Pay / Google Pay ja Ad-hoc-Preis des Betreibers Säule hat kein Terminal; Karte abgelehnt; Kontaktlos-Limit
QR-Code Handy mit Internet, Browser nein meist Ad-hoc-Preis kein Empfang; Bezahlseite lädt nicht; Code beschädigt
App App des Betreibers oder Kartenanbieters, Konto nein Vertragspreis der App kein Empfang; Betreiber nicht angebunden; Konto gesperrt
RFID-Ladekarte Karte eines Anbieters ja Vertragspreis des Anbieters Säule akzeptiert die Karte nicht; Karte nicht freigeschaltet
Plug & Charge Auto, Vertrag und Säule müssen es unterstützen ja Vertragspreis des hinterlegten Tarifs Säule unterstützt es nicht; Zertifikat im Auto fehlt oder abgelaufen

Kartenterminal mit Bankkarte oder Apple Pay

Das ist der Weg, den die AFIR für neue Schnelllader vorschreibt. Erlaubt sind „Zahlungskartenleser“ oder „Geräte mit einer Kontaktlosfunktion, mit der zumindest Zahlungskarten gelesen werden können“. Apple Pay und Google Pay funktionieren an diesen Kontaktlos-Lesern wie eine kontaktlose Karte. Einen eigenen Anspruch auf Apple Pay gibt es nicht, aber an einem Kontaktlos-Terminal klappt es in der Praxis meist.

Zwei Dinge solltest du wissen. Erstens reservieren viele Terminals vorab einen Betrag. Bei ALDI Nord nennen die AGB 49 €, wenn an der Säule nichts anderes steht. Abgebucht wird später der tatsächliche Betrag. Zweitens kann ein Terminal mehrere Ladepunkte bedienen. Manchmal steht es an einer zentralen Säule auf dem Platz.

Gut für: alle, die keinen Vertrag wollen, und Fahrten ins Ausland.

QR-Code im Browser

An Ladepunkten unter 50 kW darf der Betreiber statt eines Terminals ein Gerät nutzen, das „eine Internetverbindung nutzt und einen sicheren Zahlungsvorgang ermöglicht, etwa solche, die einen spezifischen Quick-Response-Code erzeugen“ (AFIR Art. 5 Abs. 1 Buchst. c). In der Praxis heißt das: QR-Code scannen, Bezahlseite öffnet sich, Ladepunkt bestätigen, mit Karte, Apple Pay oder PayPal zahlen, je nachdem, was die Seite anbietet.

Der Haken ist der Empfang. In Tiefgaragen oder auf dem Land kann die Seite hängen. Dann hilft nur ein anderer Weg.

Gut für: AC-Säulen in Städten und an Supermärkten. Lidl nennt zum Beispiel ausdrücklich „Website per QR“ als einen der Startwege an seinen Säulen.

App

Fast jeder Betreiber und jeder Kartenanbieter hat eine App. Du wählst die Säule über die Karte in der App oder über die Nummer auf der Säule (EVSE-ID) und startest. Der Vorteil: Du siehst den Preis vor dem Start, was die AFIR von Kartenanbietern auch verlangt (Art. 5 Abs. 5). Der Nachteil: Du brauchst Empfang und ein Konto, das funktioniert.

Der Startweg App kann günstiger sein als das Terminal an derselben Säule:

  • Fastned in den Niederlanden: 0,77 €/kWh mit Karte oder App, mit eigener Zahlungsmethode in der App 10 % Rabatt, also 0,693 €/kWh (berechnet). In Deutschland gibt es den App-Rabatt laut Fastned nicht.
  • Aral pulse in Deutschland: ad hoc DC über 50 kW 0,79 €/kWh, mit dem kostenlosen Klassik-Tarif in der App 0,62 €/kWh.
  • EWE Go: ad hoc 0,84 €/kWh, mit dem kostenlosen Ladetarif 0,52 €/kWh an eigenen Säulen.

Und manchmal ist es egal. Vattenfall InCharge in Deutschland nennt einen Preis „unabhängig vom Zahlungsmittel“. Mer in Norwegen schreibt, du zahlst denselben Preis, egal ob App, Ladechip oder Drop-in.

Alle Preise: Stand 24.10.2026, aus dem Tarifkatalog.

Gut für: Säulen eines Betreibers, an denen du oft lädst.

RFID-Ladekarte

Die klassische Ladekarte hält man an das Lesefeld, die Säule prüft online, ob sie freigeschaltet ist. Für dich ist das bequem: kein Handy, kein Empfang nötig. Dafür hängt alles daran, dass Betreiber und Kartenanbieter einen Roaming-Vertrag haben. Fehlt der, wird die Karte abgelehnt, auch wenn sie anderswo funktioniert.

Karten kosten teils Geld und kommen per Post. Aus dem Katalog: EnBW-Karte im Tarif S einmalig 9,90 €, ANWB 2,95 € Versand, E-Flux 9,99 € je Karte. Bei EnBW M und L ist die erste Karte laut Tarifkachel kostenlos.

Gut für: Reserve im Handschuhfach. Wenn Handy, Terminal und App versagen, ist eine RFID-Karte oft der letzte Weg, der noch geht.

Plug & Charge

Bei Plug & Charge identifiziert sich das Auto über den Stecker an der Säule, und die Ladung startet ohne Karte oder App. Abgerechnet wird über den Vertrag, der im Auto hinterlegt ist. Das ist der bequemste Weg, aber auch der mit den meisten Voraussetzungen: Auto, Vertrag und Säule müssen es alle können.

Škoda beschreibt das für die Enyaq-Familie so: Software ME3.1 oder höher, Aktivierung in der MyŠkoda-App mit einem Powerpass-Tarif, unterstützt „vor allem“ an IONITY. Die Abrechnung läuft über die monatliche Powerpass-Rechnung. Der Powerpass wird von Elli abgewickelt; die Tarife stehen auf der Elli-Tarifseite. Der Škoda-Artikel ist von 2024. Welche Netze heute unterstützt werden, zeigt laut Škoda die App.

Wichtig für den Preis: Plug & Charge nimmt immer den hinterlegten Tarif. Ist der an dieser Säule teuer, zahlst du das. Beispiel aus dem Katalog: Mit Elli Premium kosten EnBW-Schnelllader laut Tarifblatt 0,83 €/kWh. Mit der kostenlosen EnBW-App wären es 0,56 €/kWh. Wer Plug & Charge an einer EnBW-Säule nutzt, ohne nachzudenken, zahlt in dem Fall mehr.

Die AFIR schützt dich hier: Der Betreiber muss sicherstellen, dass du die automatische Authentifizierung „nicht nutzen“ und stattdessen ad hoc oder mit einem anderen Vertrag laden kannst, und er muss diese Option deutlich anzeigen (Art. 5 Abs. 2).

Gut für: Fahrer, die oft im selben Netz laden, in dem ihr Tarif günstig ist.

Welcher Weg wann: eine Faustregel

  1. Säule eines Betreibers, dessen App du hast: App. Meist der günstigste Preis.
  2. Fremde Säule mit Terminal: Ad-hoc-Preis mit dem Preis deiner Karte vergleichen, den kleineren nehmen.
  3. Fremde AC-Säule ohne Terminal: QR-Code oder RFID-Karte.
  4. Kein Empfang: Terminal oder RFID-Karte.
  5. Plug & Charge: nur dort, wo dein hinterlegter Tarif günstig ist.

Wenn gar nichts geht, hilft der Fehlerbaum für rote Säulen. Den Preisunterschied zwischen den Wegen erklärt Roaming oder ad hoc.

Was WATTWEG zum Startweg sagt

In WATTWEG steht bei jeder Option, wie du startest: „Bankkarte am Terminal“, „QR-Code“, „mit deiner EnBW-App“, „Plug & Charge aktiv“. In der App hinterlegst du, welche Karten und Apps du hast und ob sie startklar sind. Nur „startklar“ zählt als sofort nutzbar. Eine Karte, die noch per Post unterwegs ist, steht nie vor einer Option, die du jetzt nutzen kannst. Und wo wir nicht wissen, ob eine Säule ein Terminal hat, steht „unbekannt“, nicht „geht“.

Häufige Fragen

Kann ich an jeder Ladesäule mit Apple Pay bezahlen?

Nein. Apple Pay funktioniert an Säulen mit Kontaktlos-Terminal wie eine kontaktlose Karte. Pflicht ist so ein Terminal laut AFIR nur an Ladepunkten ab 50 kW, die seit dem 13. April 2024 gebaut wurden. Bei QR-Codes kann Apple Pay auf der Bezahlseite im Browser angeboten werden, muss aber nicht.

Brauche ich noch eine RFID-Ladekarte?

Nicht zwingend, aber sie ist eine gute Reserve. Sie funktioniert ohne Handyempfang und an älteren AC-Säulen ohne Terminal. Ob sie dort günstig ist, hängt vom Tarif ab.

Kann ich Plug & Charge ausschalten?

Laut AFIR Art. 5 Abs. 2 muss der Betreiber dir an Säulen mit automatischer Authentifizierung immer erlauben, sie nicht zu nutzen und stattdessen ad hoc oder mit einem anderen Vertrag zu laden. Im Auto selbst lässt sich Plug & Charge je nach Hersteller in der App deaktivieren.

Was mache ich ohne Handyempfang?

Kartenterminal oder RFID-Karte nehmen. App-Start und QR-Code brauchen eine Internetverbindung auf dem Handy, Kartenterminal und RFID-Karte nicht.

Quellen

  1. AFIR Artikel 5 Absätze 1 und 2, deutscher Wortlaut, gesetze.legal (abgerufen 24.10.2026)
  2. Plug & Charge: einfach anschließen und aufladen, Škoda Storyboard (21.06.2024)
  3. Elli Ladetarife, Elli (abgerufen 24.10.2026)
  4. Vattenfall InCharge Deutschland (Zahlwege), Vattenfall (abgerufen 24.10.2026)
  5. Lidl: E-Charge-App und Startoptionen, Lidl (abgerufen 24.10.2026)
  6. Fastned Tarife (App-Rabatt, Zahlwege), Fastned (abgerufen 24.10.2026)
  7. Mer Norge: Priser, Mer (abgerufen 24.10.2026)
  8. ALDI Nord AGB E-Ladesäulen, ALDI Nord (abgerufen 24.10.2026)